Eine Kurzzusammenfassung einer Einschätzung zum der Bayern LB zum Meeting der amerikanischen Notenbank FED nächste Woche:
Im Fokus der Beratungen im FOMC nächste Woche am 21. und 22. dürften folgende drei Maßnahmen stehen:
- eine weitere Runde von Anleihen-Käufen („QE3“) mit der Folge einer weiteren Verlängerung der FED-Bilanz
- die Senkung des Einlagensatzes und
- eine Verlängerung der Laufzeit des FED-Anleiheportfolios (am wahrscheinlichsten und von den meisten Analysten erwartet).
weitere denkbare (und teils bereits in die Diskussion eingebrachte) Maßnahmen wären
- die Verkündung eines Inflationsziels – oberhalb des bisher von der FED avisierten Wertes, gegebenenfalls in Kombination mit
- der Verkündung eines expliziten Beschäftigungsziels (Zielwert von etwa 7,5%)
- der Kauf ausländischer Staatsanleihen.
Wie würde die Operation Twist umgesetzt werden?
Kurzlaufende Treasuries werden verkauft, langlaufende gekauft mit dem Ziel, dass sich die Zinsstrukturkurve verflacht und niedrigere langfristige Renditen einstellen
Ein Vorteil ist, dass die Bilanzsumme der FED konstant bleibt (da kein echtes QE3). Die QE Gegner stimmen diesen Maßnahmen eher zu
Welche Auswirkung hat das ganze?
Die Zinsauswirkungen sind voraussichtlich gering, da der Markt diesen Schritt bereits zu einem erheblichen Teil vorweggenommen hat
Die Makroökonomische Wirkung ist eher zweifelhaft
a) da die Unsicherheit der Konsumenten und Investoren hoch ist, aufgrund der Angst vor Rezession, der Euro- und Schuldenkrise, mangelnder politischer Führung, unsicherer künftiger Finanzmarktregulierung
b) strukturelle Probleme, fehlende Wettbewerbsfähigkeit, mangelnde qualifizierte Arbeitskräfte
c) Zinsen bereits sehr niedrig und Liquidität sehr hoch, dennoch schwache Kreditvergabe und hohe Bankreserven bei Zentralbank
Quelle: BayernLB