Einen interessanten Chartverlauf hat auch die Aktie der Erste Bank. Mit dem heutigen Kurssprung auf die 40 Euro ist die Aktie aus ihrem Abwärtstrend ausgebrochen. Ob das auch wirklich ein nachhaltiger Ausbruch ist, muss sich erst noch herausstellen.
Der Grund für die heutige Kursexplosion ist ein Fundametaler. Die Bank verkauft die eigene Versicherungssparte an die Wiener Städtische Versicherung (Vienna Insurance), konzetriert sich zwar nur auf das Bankgeschäft (was positiv zu werten ist), kooperiert jedoch mit der Städtischen beim Vertrieb (auch positiv). Nebenbei nimmt sie viel Kohle ein, welches sie zu Stärkung der Kapitalbasis verwenden kann (Kreidtausfälle können so viele kommen wie sie wollen, aber besser nicht). Das ganze hört sich dann so gut an, dass die Investoren einfach kaufen mussten.
Und auch wenn sie nicht über 40 Euro bleiben sollte, der Boden scheint erstmal abgesichert zu sein. Rund um 36 Euro müsste es wieder Unterstützung geben.

Die Erste Bank notiert ab nächster Woche in Bukarest, die Vienna Insurance Group wird sogar in den tschechischen Leitindex aufgenommen. Osteuropäische institutionelle und private Investoren können damit von den Aktivitäten der Österreicher im eigenen Land profitieren. Sie werden durch diese Zweitlistings angesprochen. Üblicherweise sind die Spesen an der heimischen Börse günstiger. Im anderen Fall müsste man die Aktien, auch wenn sie interessant sind, an den ausländischen Börsen (hier: Wien) mit höheren Spesen erwerben. Die Wiener Städtische bietet sogar Aktien spesenfrei an, über die in Tschechien vertretene Erste Bank. Mittel bis langfristig sollten die Aktienkurse davon profitieren. Was also einst für einige Unternehmen die Nasdaq in Amerika war, sind heute Börsen im Osten.
Die wildesten Gerüchte gibts ja bei Meinl European Land. Dort sollen sowohl das externe Management als auch ‘Partly Paid Shares’ verkauft werden und zwar an eine Investmentbank. Über ein limitiertes Übernahmeangebot zwischen 12 und 13 Euro würde diese die Sperrminorität (>25%) an der Gesellschaft erwerben. MAI und MIP droht ein ähnliches Schicksal.