Tag Archives: Börse

Kapsch und Lenzing: Es wird hart für die Aktionäre

Die Aktien beider Unternehmen dürften in nächster Zeit wohl noch billiger werden. Ich denke, wer noch drinnen ist, wird günstige Nachkaufkurse bekommen. Wenn noch rein will, sollte derzeit noch abwarten.

Kapsch durchbricht heute die 200-Tage-Linie UND den langfristigen Aufwärtstrend. Oouch!! Kurse von 45 Euro in den nächsten Wochen sind möglich.

Die Lenzing Aktie steigt zwar heute nach einigen sehr schwachen Tagen. Das dürfte aber auch nur ein kurzer Rebound sein, bevor es wieder nach unten geht. Der Baumwollpreis hat in den vergangen Tagen von nahe 90 USD auf unter 70 USD korrigiert. Kurse von unter 50 Euro sind nicht unwahrscheinlich, vor allem wenn die zu erwartende Schwäche des Baumwollpreises weiter anhält.

Ich stehe auf beide Aktien, die Charttechnik mahnt jedoch weiter zu Vorsicht. Bin nicht investiert, wäre es jedoch gerne zu den oben genannten Kursen.

Wiener Börse: In die Ferne schweifen, weil Liquidität und Angebot be…scheiden sind

Die Wiener Börse hat in den vergangen Jahren deutlich an Attraktivität UND Liquidität verloren. Einige Delistings (Böhler, BACA, AUA, BWIN, Constantia Packaging, …), keine neuen IPOs (bis auf AMAG) und grottenschlechte Umsätze (teilweise auch im ATX eine reine Katastrophe). Alles Gründe für mich meinen Anlageschwerpunkt zu wechseln. Am naheliegendsten ist natürlich Deutschland. Doch auch die restlichen EU-Staaten haben interessante Unternehmen. Mit den mittlerweile sehr günstigen Konditionen (siehe Beitrag) sind auch Engagements in den USA möglich, dem Land der meisten Aktien. Hier ist die Auswahl beinahe unendlich.

Also bevor ich in Wien noch verzweifelt auf den neuen Kursaufschwung warte, suche ich mir lieber andere interessante internationale Aktien. In Zeiten des schwachen Euro ist auch ein Kauf von Aktien in Fremdwährungen nicht uninteressant.

 

Mr. DAX Dirk Müller: Der Chuck Norris der Finanzwelt

Leben von der Angst der Menschen
Der Mann prophezeit hauptberuflich Börsencrashs und das Ende des Finanzsystems. Das macht er vorwiegend gerne in TV-Shows und bei Vorträgen. Da das jedoch nicht zum Leben reicht, gibt es noch Börsenbriefe, Bücher und CDs. Seine Einnahmen beruhen auf der Angst und der Unsicherheit der Menschen über die weitere Zukunft der EU und des Euro. Damit findet er in Deutschland natürlich einen fruchtbaren Boden. Die Deutschen (aber auch die Österreicher) sind das Volk der Ängstlichen und fürchten das Erstparte zu verlieren (durch Inflation beispielsweise).

Experte für alles
Der Experte für eh alles hat einfach zu jedem Finanzthema eine Meinung. Er kennt sich nicht nur beim Aktien- und Rohstoffmarkt aus, sondern auch bei der Geld- und Wirtschaftspolitik weiß er bestens Bescheid. Und nicht nur das. Er weiß wie es geht. Er ist der Chuck Norris der Finanzwelt.

Achtung: Verarschungsgefahr!

Buch:

CD:

Homepage:
www.crashkurs.com

Mit IPOs fast immer Geld verlieren

Aus dem Schoellerbank Analysebrief Nr. 207:

Studien runden die Betrachtung von Investment-Ideen ab

Statistiken zeigen auf, dass bei einer Buy-and-Hold Strategie (deutsch: kaufen und behalten; langfristige Anlagestrategie) die 3-Jahres-Performance von IPO`s tendenziell negativ ist.

Country Author(s) IPOs Period Performance
(3 years, %)
Australian Lee, Taylor, Walter 266 1976-89 -46.5
Brazilian Aggarwal et al 62 1980-90 -47.3
Chile Aggarwal et al 28 1982-90 -23.7
Germany Ljungqvist 145 1970-90 -12.1
Finnland Keloharju 79 1984-89 -21.1
UK Levis 712 1980-88 -8.1
Japan Cai, Wie 172 1971-90 -27.0
Canada Jog, Srivisrava 216 1972-93 -17.9
Korea Kim, Krinsky, Lee 99 1985-88 +2,0
Austria Aussenegg 57 1984-93 -27.3
Sweden Loughran, Ritter, Rydqvist 162 1980-90 +1,2
Singapore Hin, Mahmood 45 1976-84 -9.2
USA Loughran, Ritter 4753 1970-90 -20.0

Quelle: “Corporate Finance – Short- and Long-Run Performance of IPOs”; Wolfgang Aussenegg

Keine Angst vor Angstmachern im Netz. Auch Zeitungen schreiben viel Misst

Einen interessanten Artikel über die Rolle von Social Media und Web 2.0 für die Aktienmärkte habe ich auf der NZZ Webseite gefunden. Das ironische dabei: der Hinweis zu diesem Artikel wurde von einer in der Kritik stehenden Seite gepostet.

Ich selbst nutze regelmäßig die Seiten bzw. den Twitter Dienst von @zerohedge, @nouriel und @pimco.

Natürlich ist ein gewisser Hang zur Panikmache erkennbar. Vor allem zerohedge übertreibt es öfter, gerne auch unter der Gürtellinie und meistens mit sehr viel Sarkasmus. Dennoch kommentieren die Autoren die aktuellen Entwicklungen und Gerüchte an den Märkten (auch wenn teilweise selbst in die Welt gesetzt) immer sehr zeitnahe. Zusätzlich wird des öfteren aus Finanzanalysen (GS & Co.) zitiert, die andernfalls sonst nur gegen Gebühr erhältlich sind. könnte.
Dass hinter der Panikmache auch Profitziele stecken und sie von den Besucherzahlen abhängen, merkt man an den Kommentaren. Diese müssen reißerisch sein, dann kommen die Besucher auch immer wieder zurück. Daher sollte Aussagen dieser Seiten nicht immer für Wahr genommen werden. Aber ist das nicht überall so? Auch Zeitungen schreiben viel Misst, nur dass das zu ihrem Berufsbild gehört.

Link zum Nzz Artikel: Angstmacher im Netz