Kein normales Unternehmen geht derzeit an die Börse und schon gar nicht ein Finanzinstitut würde man meinen. Im Fall des Kreditkarten Anbieters VISA ist das anders. Angesagt war der größte Börsegang der US-Geschichte für das zweite Halbjahr 2008. Dann plötzlich für morgen und jetzt wird er doch noch heute noch durchgeführt, wohl um die heutige gute Börsestimmung auszunützen.
Interessant ist, dass das Unternehmen US-Banken gehört. Der größte Teil J.P. Morgan die am Sonntag noch Bear Sterns übernommen haben. Morgan, aber andere Banken auch, können das Geld aus dem VISA-IPO derzeit gut gebrauchen. Also verkauft man die Anteile über die Börse. Gefahren, dass VISA aufgrund von Kreditkartenausfällen in den Subprime-Strudel geraten könnte gibt es offensichtlich nicht, da die Banken die die Karten ausgeben das Kreditrisiko selbst übernehmen (ähnlich wie bei Mastercard). Somit kann VISA ab morgen unter dem Kürzel „V“ durchstarten. Gleichzeitig, falls der Börsegang gut glückt, könnte VISA der Startschuss für weitere IPOs sein.
Super Kursverlauf für den Konkurrenten Mastercard:
In einem Interview mit der FAZ spricht einer der (potenziellen) künftigen Nachfolger von Ben Bernanke, Nouriel Roubini, über die Möglichkeit weiterer Bankenpleiten. Ich denke, wenn Bernanke offen sprechen könnte, würde er sich ähnlich äußern. Seien wir froh, dass er das in seiner Position nicht kann, sonst gäb’s heute einen richtigen Crash.
Eine Zocker-Aktie durch und durch ist die von Century Casinos. Doch obwohl das Unternehmen eigentlich solide Gewinne schreibt und auch die Analysten (fast schon zu) sehr optimistisch sind, fällt die Aktie munter weiter. Sehr hoch waren die KGVs in den vergangen Jahren (wohl aufgrund des starken Wachstums, Dividenden gibt’s keine). Doch für 2008 wird ein Rückgang des KGV auf 10 prognostiziert, aber auch kein Kunststück bei diesem Kursverfall. Vielleicht kommt ja morgen nach der Präsentation der 2007er Zahlen der Turnaround beim Aktenkurs.
