Gute Aussichten für Dividendenaktien?

Vor- und Nachteile von Dividendenaktien

Pro:

+ Dividendentitel profitieren von erhöhter Aufmerksamkeit während der Dividendensaison

+ steigende Inflationsgefahren in den kommenden Jahren (Flucht in Sachwerte)

+ Dividendenwerte als Sachwert haben eine laufende Verzinsung (im Gegensatz Aktien ohne Dividende, Immobilien und Rohstoffen)

+ Alternative zu Anleihen erstklassiger Bonität ohne attraktive Rendite (Steigende Inflationsgefahren, marode Staatshaushalte)

+ Großanleger sind in Aktien unterinvestiert, in Anleihen überinvestiert

+ Großanleger (v.a. Versicherungen) ziehen Anlagen vor, die stetige Einnahmen sichern

+ Dividendenrenditen über vergleichbaren Anleihenrendite

+ Dividendenrendite schlagen auf lange Sicht den breiten Markt (Ausschüttungen großer Anteil an langfristigen Aktienrenditen, beim DAX 40%, beim US-Markt 75% der Performance aus reinvestierten Dividenden)

+ tendenziell günstig bewertet

+ Ausschüttung bietet gewisse Absicherung nach unten

Kontra:

- zukünftige Gewinne? (–> nachhaltig profitables Geschäftsmodell?)

- Dividende kann entfallen

- Emittent kann pleite gehen


Psychologie für Anleger II: Gruppendynamik

Welchen Einfluss haben Gruppen auf die Entscheidungen von einzelnen Anlegern?

  • Gut aufeinander abgestimmte Gruppen treffen bessere Entscheidungen als Einzelpersonen, die nur für sich handeln.
  • Allerdings können negative Effekte wie Gruppendenken (unkritisches Denken, Übereinstimmung unter den Gruppenmitgliedern) die Qualität von Gruppenentscheidungen verschlechtern.
  • Beim Herdentrieb (Gruppendynamik) handeln individuelle Anleger, oftmals gegen ihre eigenen Überzeugungen und Prinzipien, mit der Gruppe. Dies kann ebenfalls zu schlechten Anlageentscheidungen führen.
  • Nicht jede Geldanlage ist für jeden Anlegertyp geeignet. Wer wahllos Modetrends folgt, erhöht das Risiko, in Anlageformen zu investieren, die nicht für ihn geeignet sind.
  • Die Vorteile von Gruppen sind z.B. eine höhere Genauigkeit und eine breitere Auswahl möglicher Lösungen. Aber Vorsicht auch vor den Fallen der Gruppeneinflüsse – z.B. vor dem Gruppenzwang, der abweichende Ideen unterdrücken kann, oder vor der Illusion von der Unverwundbarkeit innerhalb der Gruppe.

Tipps für Anleger:

  • Einem Modetrend in der Geldanlage nur dann folgen, wenn er zum bestehenden persönlichen Portfolio, der eigenen Risikobereitschaft und dem eigenen Investment-Ansatz passt.
  • Stärken von Gruppenentscheidungen nutzen und gegebenfalls um Meinung eines zweiten fragen.

Quelle: UBS WMR (2008)


Psychologie für Anleger I: Selektive Wahrnehmung

Psychologie für Anleger in mehreren Teilen. Diesmal: Bedeutung und Wirkung der Selektiven Wahrnehmung.

Verhaltensfehler beim Investieren:

  • Wir nehmen (unbewusst) selektiv das wahr, was wir erwarten oder hoffen. Kontra-Argumente blenden wir aus, Pro-Argumente gewichten wir über. Neue Situationen werden stark durch vergangene Erfahrungen mit ähnlichen Situationen geprägt. Auch wenn wir erkennen, dass die neue Situation nicht genau dieselbe ist, versuchen wir, sie anzugleichen und in ein uns vertrautes Schema zu pressen.
  • Wir vertrauen mehr auf Informationen, die von jemandem stammen, den wir mögen (Freund, bevorzugter Analyst oder Zeitung).
  • Wir handeln ungern gegen unsere Überzeugung (Dissonanz = innere Spannung, Unwohlgefühl). Wenn wir jemand anderen für Fehler verantwortlich machen können, empfinden wir keine Dissonanz. Wenn niemand da ist, dem wir die Schuld geben können, ändern wir oft unbewusst unseren Standpunkt, um unsere Entscheidungen uns selbst gegenüber zu rechtfertigen.
  • Anleger, die eine Position in dem Unternehmen halten, neigen dazu, ein viel größeres Vertrauen in einen Anstieg des Aktienkurses zu setzen. Diese emotionale Festlegung auf ein Unternehmen kann zu einer falschen Einschätzung der damit verbundenen Risiken führen.
  • Wir neigen dazu, an der Negativbeurteilung einer Anlage, die Verluste erbracht hat, auch dann festzuhalten, wenn sie mittlerweile wieder attraktiv ist.

Tipps:

  • Verwendung eines Handelssystems, das auf Zahlen basiert, die durch technische oder fundamentale Analysen ermittelt wurden –> nach diesen Signalen (diszipliniert) handeln!
  • Stop-Loss-Marken einsetzen (abhängig von der Volatilität des Basiswerts)!

Quelle: UBS (2008)