Deutsche Aktienrenditen seit 1986 (Stand: Juli 2011) und was uns noch erwartet

Jahresrendite für deutsche Aktien anhand des DAX in den letzten 25 Jahren. Auch sieht man “was wäre gewesen” wäre man im Index für einen bestimmten Zeitraum investiert gewesen.

Fazit (der Fondsindustrie):
1. Je länger man investiert ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit “positiv” auszusteigen.
2. Und langfristiges Investieren (> 10 Jahre, besser > 20) zahlt sich aus.

Dem kann auch eigentlich nicht viel entgegnet werden. Die Vergangenheit spricht für sich. Ob das auch in Zukunft so eintreten wird, ist eine andere Sache. Der “survivorship bias” schlägt natürlich voll durch, was ja im Prinzip nichts schlechtes ist, solange man im Index investiert ist.
Schlechte Nachrichten für die, die erst vor 10 Jahren investiert haben. Die sind noch hinten und müssen weiter ausharren (min. noch 10 Jahre), dann wirds hoffentlich wieder besser. Obwohl schwer zu glauben, wenn man den Aussichten der Analysten glauben schenken mag/kann (Stichwort: New Norman). We will see….

Quelle: Fidelity


Was hinter ETFs wirklich steckt und wie sie Krisen verursachen können

In der heutigen Financial Times Deutschland fand sich ein sehr kritischer Kommentar zum Finanzindstrument ETF. Dabei ging es vor allem auch um die Rolle von ETFs während Börsencrashs. Diese können Crashs sogar noch verstärken. Hier die wichtigsten Punkte aus dem Artikel (sinngemäß übernommen, hier und da aber leicht verändert):

Früher bildeten die ETFs Aktienindizes ab, indem sie einfach die Einzelaktien kauften.
Irgendwann wurde diese Methode zu teuer, insbesondere bei ausgefalleneren Werten. Stattdessen wurden synthetische ETFs erfunden. Diese kaufen die Aktien nicht mehr physisch (direkt) sondern kopieren die Wertentwicklung mit Hilfe von Derivaten.

Ein Beispiel: ein Kunde möchte in den russischen Aktienmarkt investieren. Statt die Aktien zu kaufen, geht der ETF Anbieter in eine Derivatetransaktion mit einer Bank ein. Dabei handelt es sich um einen „Total Return Swap“. Der ETF Anbieter übergibt das Geld des Investors an einen Finanzintermediär, der ihm die Indexabbildung abnimmt und Sicherheiten leistet. Das können dann aber irgendwelche Wertpapiere sein. Wer auf russische Aktien setzt, kann am Ende auch US-Hochzinsanleihen in seinem ETF haben.

 

Die Probleme dabei:

Interessenskonflikte. Häufig handelt es sich bei der Bank und dem SWAP-Partner um dieselbe Bank. Sie nützt so Synergien zwischen der Vermögensverwaltung und dem Investmentbanking. Statt illiquide Wertpapiere teuer auf dem Repomarkt zu finanzieren, kann die Bank den Ballast einfach der ETF-Tochter zuschieben. Die Gefahr besteht, dass so bewusst schlechte Wertpapiere in die Kundenportfolios gedrückt werden. Durch Basel II, und die daraus entstehenden höheren Eigenkapitalanforderungen sind die Banken gezwungen nach billigeren Finanzierungsformen zu suchen um die Profitabilität zu steigern.

Je mehr ETFs als Finanzierungsform gewählt werden, desto höher ist die Ansteckungsgefahr während einer Marktpanik. Fordern die Anleger ihr Geld zurück, muss die Bank womöglich Sicherheiten verkaufen. Es kann zu Notverkäufen quer über alle Asset Klassen kommen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

Quelle: Financial Times Deutschland

 

Fazit: 

ETFs sind nicht so einfach verständliche wie es oftmals dargestellt wird. Neben vielen Vorteilen (v.a. billig) sind auch einige Nachteile mit diesen Finanzinstrumenten verbunden. Über die tatsächliche Werthaltigkeit wird der Anleger im Unklaren gelassen. Zudem können ETFs aufgrund der immer höheren Relevanz (da sie immer größer und verbreiteter werden) in kritischen Börsephasen die Märkte zusätzlich erschüttern (siehe oben). Letztendlich sind ETFs kaum reglementiert und sind zu dem geworden was sie heute sind, hoch komplexe Finanzinstrumente, die in der jetzigen Form  eine potenzielle Gefahr für die Finanzmärkte darstellen.


Wie lässt sich ein zweites Lehman Brothers vermeiden?

Viele Anleger waren vor der Finanzkrise in Zertifikaten von Lehman Brothers investiert, bzw. sind dies immer noch. Viele davon konnten diese Produkte nicht rechtzeitig verkaufen und sitzen nun auf theoretisch wertlosen (praktisch haben sie noch einen geringen Wert) Schuldverschreibungen. Wie bzw. hätte die Lehman Brothers Pleite rechtzeitig erkannt werden können? Ja, wären die Warnzeichen beachtet worden, hätten sich die Verluste vermeiden lassen können.

Darauf sollte jeder achten, der in Zertifikate investiert und dabei das Emittentenrisiko möglichst vermeiden will.

Rating: Das Emittentenrating ist wohl die wichtigste Stütze, die einen etwaigen Emittentenausfall bewertet soll. Rating Agenturen (S&P, Moody’s, Fitch) bewerten Zertifikateemittenten und vergeben je Ausfallswahrscheinlichkeit des Emittenten Ratings zwischen dem besten AAA (Tripple A) und D (Default). Die meistens Zertifikateemittenten werden mit einfach A bewertet. Die aktuellen Ratings der Emittenten sollten direkt auf der Emittentenhompage abgerufen werden (Hier ist eine aktuellen Zusammenfassung der Ratings der wichtigsten Emittenten: http://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/CreditRating). Dass auch die Rating Agenturen danebenliegen können, hat die Pleite Lehmans eindrucksvoll bewiesen. Kurz vor Konkurs war Lehman noch mit A+ bewertet worden. Daher sollte man sich nicht einzig auf das Rating verlassen. Folgende Punkte sollten ebenfalls beachtet werden.

CDS-Spreads: Credit Default Swaps sind Prämien für die Absicherung des Zahlungsausfalls eines Anleiheemittenten. Die Spreads zeigen an, um wie viel die Prämie von einem risikolosen Investment abweicht. Je höher der CDS-Sread, desto schlechter. CDS-Spreads werden immer wichtiger und geben eine gute Einschätzung für einen etwaigen Ausfall des Emittenten. Hier sind die aktuellen CDS-Daten der wichtigsten Emittenten.
http://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/CreditSpreads

Marktkapitalisierung: Prinzipiell je wertvoller das Unternehmen ist, desto unwahrscheinlicher wird der Garantiegeber pleitegehen. Vor allem ein rascher Werteinbruch sollte die Alarmglocken schrillen lassen.

Kernkapitalquote: Je höher die Kernkapitalquote (Tier-1-Ratio) desto besser können etwaige Risiken abgefedert werden. Andererseits könnten Emittenten versucht sein höhere Risiken einzugehen, wenn genügend Kernkapital vorhanden ist.

Quelle: vgl. Goldman Sachs


Wie Hedge Fonds gegen Staaten spekulieren und die Rolle der Banken

Im Prinzip ist es ganz einfach, entweder sie spekulieren mithilfe von Leerverkäufen von Anleihen oder über die berümt berüchtigten Credit Default Swaps (CDS). Dabei liefern Investmentbanken (auch Investmentabteilungen von Geschäftsbanken) die notwendige Infrastruktur, z.B. Verleih von Anleihen, Vermittlung von Swaps. Die Banken liefern quasi die Munition.

Genauso wird auch gegen Banken spekuliert.  Die Hedge Fonds sind ständig auf der Suche nach den besten Munitionslieferanten. J.P. Morgan, Golman Sachs, Deutsche Bank oder UBS? Die Banken wiederum leiten Gelder in diese Hedge Fonds weiter, die wiederum gegen die eingenen Kunden spekulieren. Die Staaten sind dann wieder dafür da um diese Banken zu stützen. Eine Tragikomödie durch und durch. :)

Quelle: FAZ


Video: Trading Tipps und Tricks für den Privatanleger

Hier mal ein Video zum Thema Traden:
Welche Grundsätze sind beim Traden zu beachten, welche Produkte eignen sich hierfür? Welche Strategien sind erfolgsversprechend?
Antworten von Heiko Weyand, HSBC Trinkaus, und Metin Simsek, UBS Deutschland, in der aktuellen Runde “Bonus, Discount & Co. – Das Euwax-Forum der Experten”.

Teil 1:

Teil 2:

Quelle: DAF