Für Anleihen ist die Beziehung zwischen Inflation und Anleihekurs eindeutig: Steigende Inflation führt dazu, dass Anleger mehr Zinsen verlangen, was wiederum den Anleihekurs senkt. Schutz bieten nur inflationsindexierte Anleihen, deren Kupons und Rückzahlungsbeträge umso höher ausfallen, je stärker die Verbraucherpreise zulegen.
Langfristig schützen Aktien vor Inflation. Schließlich können Unternehmen ihre höheren Einkaufspreise langfristig größtenteils an ihre Kunden weitergeben. Legt die Inflation zu, dann steigen auch die nominalen Gewinne stärker.

Kurzfristig ist der Zusammenhang jedoch umgekehrt: Steigende Rohstoffpreise oder Löhne erhöhen die Kosten der Unternehmen, die diese aber nur nach und nach an ihre Kunden weitergeben können. Dies belastet kurzfristig die Gewinne. Außerdem lässt die Infl ation die Zinsen steigen, sodass Unternehmen für neue Schulden und variabel verzinste bestehende Schulden mehr zahlen müssen. All dies erklärt, warum Aktienindizes kurzfristig unter Inflationleiden, die kurzfristige Korrelation
zwischen den beiden Größen also negativ ist. Lediglich Aktien aus bestimmten Sektoren können sich dem entziehen: Energieversorger und Rohstoffproduzenten sind durch ihre Positionierung am Beginn der Wertschöpfungskette zunächst vor höheren Einkaufspreisen geschützt. Technologieunternehmen besitzen darüber hinaus häufig den Vorteil, dass sie durch die Einführung neuer Produkte höhere Preise schneller an ihre Kunden weitergeben können.
Fazit der Commerzbank: Kurz- bis mittelfristig schadet Inflation den Aktienkursen, während Aktien langfristig vor Inflation schützen.