Wir sehen eine kurzfristige Gegenbewegung in den nächsten Tagen

Ich denke und hoffe, dass wir in den nächsten Tagen eine schöne Gegenbewegung sehen werden. Eine komplette Trendumkehr wird es wahrscheinlich nicht, dafür gibt es noch zu viele Unsicherheitsfaktoren, wie z.B.:

- Die Frühindikatoren in Europa, den USA, sowie in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien deuten weitere wirtschaftliche Abschwächung an. Im Schlimmsten Fall erneute Rezession?

- Die Verschuldungskrise in der Eurozone ist nicht gelöst.
- Die FED rechnet mit weiter schwachem Wachstum, wartet derzeit noch mit QE3 ab.
- Die technische Verfassung der Indizes ist stark angeschlagen. Weitere Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich.

Ein Kaufsignal gibt es bei der Put/Call-Ratio und dem Volatilitätsindex VIX.

Quellen: Erste Bank, BayernLB


Die derzeit drei größten Risiken für den Aktienmarkt: Italien, Griechenland und US-Schuldengrenze

drei größten Risiken für die Aktienmärkte:

Eine Pleite Italiens – unwahrscheinlich
Ein finanzieller Hilferuf Italiens und damit notwendige Gelder und Garantien würden die EU, Frankreich und Deutschland, an den Rand der finanziellen Belastbarkeit führen. Zusätzlich würden weitere Länder wie Spanien oder Belgien möglicherweise ebenfalls bald Hilfe benötigen. Die Folgen dieses Szenarios würden wahrscheinlich alle bisherigen Krisen sprengen und die die Lehman Pleite bei weitem übersteigen. Die meisten Experten halten den Bankrott Italiens aber für sehr unwahrscheinlich, so auch nich. Neben den notwenigen Sparmaßnahmen, die heute und morgen im italienischen Parlament verabschiedet werden, ist Italien eines der wenigen Ländern die zwar über eine hohe Verschuldung verfügen, diese aber in den vergangen Jahren tendenziell stabil halten konnte. Zudem wird ein Großteil der ausstehenden Anleihen im Inland gehalten. Damit ist Italien weniger abhängig von den ausländischen Kapitalmärkten als andere Länder.

Pleite Griechenlands – Schuldenschnitt wahrscheinlicher
Im Fall von Griechenland sieht die Lage schon düsterer aus. Hier wurden zwar Hilfsgelder zugesagt, aber es mehren sich die Meldungen, wonach es hier doch noch einen Haircut geben könnte. 50% der Schulden könnten demnach bald wegfallen. Anders scheint die Lage in Griechenland nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden zu können. Wie und in welcher Weise das ganze finanziert werden soll, steht noch in den Sternen. Es gibt aber zahlreiche Alternativen. Keine ist perfekt.

Risiko Nummer Drei: US-Schuldenobergrenze – Black Swan mit Ansage
Die Zahlungsunfähigkeit der wichtigsten Wirtschaftsnation der Welt würde wahrscheinlich alles bisher Dagewesene vergessen lassen. Wenn man liest, dass mehr als 40 Mio. Amerikaner ab dem 3. August möglicherweise nicht mal mehr das Geld haben werden um sich etwas zum Essen zu kaufen, da die Ausgabe von Essensgutscheinen an die Armen gestoppt wird, dann wird einem hoffentlich klar, was eine US-Insolvenz zur Folge haben könnte. Dieses Ereignis wäre dann eines dieser seltenen Ereignisse, die eigentlich sehr unwahrscheinlich sind, jedoch jederzeit eintreffen könnten. Im Englischen wird so etwas so ein Black Swan Ereignis genannt.
Ich will mir das nicht einmal vorstellen, hoffe und glaube, dass sich Republikaner und Obama bald eineigen werden. Alles andere ist schlicht unvorstellbar und unwahrscheinlich.


Aktienmarkt: Völlige Überreaktion, wieder einmal

Wieder einmal spielen die Aktien und Anleihenmärkte verrückt. Es herrscht Panik, die zum Sell-off in den vergangen Tagen geführt hat. Sollte sich der Markt nicht allmählich beruhigen droht eine Abwärtsspirale. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen halte ich jedoch für gering (Siehe dazu auch meine aktuelle Markteinschätzung). Ich denke, dass sich der Markt derzeit in einem gewissen Sommerlochsentiment befindet. Die Volumina sind stellenweise sehr gering. Es reichen somit schon kleinste Gerüchte um heftigere Bewegungen zu verursachen. Die Nervosität wird dann groß und viele lassen sich zum Verkauf verleiten. Des Weiteren sind viele Stop-Loss Aufträge im Markt aktiv, die nacheinander ausgelöst werden. Eine Pleite Italiens scheint laut den meisten Experten ausgeschlossen. Ich denke auch nicht, dass man Griechenland und Italien 1:1 vergleichen kann. Der Markt wird das in den nächsten Tagen erkennen und sich allmählich beruhigen.

Kopflose Politik
Schuld an allem sind wieder einmal die Politiker. Kopflos, planlos, halbherzig und ewig in die Länge werden die Beschlüsse gezogen. Die Folge ist Verunsicherung und Unruhe an den Kapitalmärkten. Chancen für Reformen kurz nach der Finanzkrise wurden nicht genutzt. Es hat sich kaum etwas verändert. Die Folge ist jetzt dieses „Herumeiern“ und nervöses, von Gefühlen bestimmtes Zucken an den Märkten. Mein Rat: Cool bleiben und sich an den See legen.