Erste Bank Global Strategy Q4 2011

Die wichtigsten Vorlaufindikatoren und das Konsumentenvertrauen haben sich stark eingetrübt. Dementsprechend sollte sich das globale Wachstum weiter verlangsamen. Zusätzliche Abwärtsrisiken kommen von der Eurozone Staatsverschuldungskrise, welche auch zunehmend Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben sollte.

ANLEIHEN
Obwohl wir mittelfristig eher mit moderaten Renditeanstiegen rechnen, sehen wir im Q4 auch Abwärtsrisiken. Bei Firmenanleihen sollten gute Fundamentaldaten Investment Grade-Anleihen unterstützen. High Yield-Unternehmensanleihen sollten gemieden werden.

WÄHRUNGEN
Der Euro sollte in Folge der Verschuldungskrise weiterhin unter Druck bleiben, insbesondere falls Zinssenkungen in der Eurozone absehbar wären. Dies sollte sowohl den Dollar als auch den Yen relativ zum Euro gesehen unterstützen, auch durch den Wegfall anderer „sicherer Häfen“. Gold sollte vom fragilen Umfeld und den negative Realzinsen rund um den Globus profitieren.

AKTIEN
Wir sehen in einigen Märkten Anzeichen einer Bodenbildung und erwarten aufgrund der
stark ausgeprägt negativen Einstellung zu Aktien das Potenzial für einen leichten Anstieg in Q4.

Report: Link

 

English Version:

Economy
Economic growth will be very moderate in the Eurozone and the USA, and a recession cannot be ruled out. Growth rates have also recently edged lower in the emerging ecomomies. The high inflation in that region remains a problem and caps the potential of interest rate cuts.

BONDS
Key-lending rates should remain low, or even be cut, on a global scale due to the existing uncertainties and the fragile economic situation. Although we expect yields to rise moderately in the medium term, we also see downside risks for the fourth quarter. Good company fundamentals should support investment grade corporate bonds, whereas we would advise against taking positions in high-yield government bonds.

CURRENCIES
The euro should remain under pressure due to the government debt crisis, especially if interest rate cuts were to become probable in the Eurozone. This should support both the US dollar and the yen relative to the euro, not the least due to the disappearance of other safe havens. Gold should climb to US 1,834 per ounce.

EQUITIES
Shares have probably priced in the majority of the feared economic decline already. The earnings estimates of the companies have recently been revised downwards, but the absolute earnings level remains high. We can see clear signs of bottoming out in some markets as well as potential for a slight increase in the fourth quarter due to the extremely negative attitude towards equities in the past weeks.

Report: Link

Quelle: Erste Group Research


Aktien: Stimmung freundlicher, Korrektur wahrscheinlicher

Mir scheint es, als ob jene, die im Mai ausgestiegen sind, jetzt wieder langsam zurückkommen, auch wenn die Volumina noch bescheiden sind.
Außerdem ebben die negativen Meldungen mehr und mehr ab. Griechenland bekommt mehr Kohle und die Slowaken werden schon mit ja Stimmen. Aus Amerika kommen erfreuliche Konjunkturdaten. Die wichtigsten Analysten sehen jetzt doch keine Rezession (z.B. GS). Also kurzfristig schaut es nicht so düster aus.

Nach den fetten Gewinnen der letzten Tage, wäre aber jetzt eine kleinere Korrektur wieder fällig, auch wenn immer mehr Aktien aus ihren kurzfristigen Trends ausbrechen.
Ich habe mir heute insbesondere die Stahlwerte angeschaut, beispielsweise eine Voestalpine, die aus ihrem Abwärtstrend ausbricht. Ähnliches auch bei den anderen Stahlaktien.
Generell bin ich bereits in einigen Aktien investiert (z.B. Praktiker). Beim DAX habe ich beim Mini Long die Gewinne mitgenommen.


Warum eine schnelle Aktienmarkterholung diesmal ausbleibt

Passend zu meinem DAX Put von heute morgen ;) Hier ein paar Argumente warum wir diesmal keine schnelle Aktienmarkterholung haben werden (Auszug aus einer Natixis Studie):

We have seen that past stock market recoveries were linked to:
- a recovery in growth;
- a fall in interest rates;
- a pick-up in credit;
- a fall in risk aversion (since the beginning of the 2000s);
- less clearly, a recovery in profits.
 
 
Today, however, a number of distinctive factors are present:
- the need to reduce large fiscal deficits, which leads to weak growth;
- the rise in sovereign risk in the euro zone, and its effect on banking risk and corporate risk; sovereign risk in the euro zone depresses stock market prices in the euro zone and also in the United States;
- deleveraging and, accordingly, the inability of expansionary monetary policies to jump-start credit;
- the impossibility to further reduce interest rates;
- the distortion of income sharing to the detriment of employees, which is at the origin of the rebound in profitability.

Quelle: Natixis


US-FED: Aus “QE3″ wurde die „Operation Twist“. Wieder eine zum Scheitern verurteilte Maßnahme

Eine Kurzzusammenfassung einer Einschätzung zum der Bayern LB zum Meeting der amerikanischen Notenbank FED nächste Woche: 

Im Fokus der Beratungen im FOMC nächste Woche am 21. und 22. dürften folgende drei Maßnahmen stehen:
  1. eine weitere Runde von Anleihen-Käufen („QE3“) mit der Folge einer weiteren Verlängerung der FED-Bilanz
  2. die Senkung des Einlagensatzes und
  3. eine Verlängerung der Laufzeit des FED-Anleiheportfolios (am wahrscheinlichsten und von den meisten Analysten erwartet). 
weitere denkbare (und teils bereits in die Diskussion eingebrachte) Maßnahmen wären
  1. die Verkündung eines Inflationsziels – oberhalb des bisher von der FED avisierten Wertes, gegebenenfalls in Kombination mit
  2. der Verkündung eines expliziten Beschäftigungsziels (Zielwert von etwa 7,5%)
  3. der Kauf ausländischer Staatsanleihen.

 

Wie würde die Operation Twist umgesetzt werden?

Kurzlaufende Treasuries werden verkauft, langlaufende gekauft mit dem Ziel, dass sich die Zinsstrukturkurve verflacht und niedrigere langfristige Renditen einstellen

Ein Vorteil ist, dass die Bilanzsumme der FED konstant bleibt (da kein echtes QE3). Die QE Gegner stimmen diesen Maßnahmen eher zu

 

Welche Auswirkung hat das ganze?
 
Die Zinsauswirkungen sind voraussichtlich gering, da der Markt diesen Schritt bereits zu einem erheblichen Teil vorweggenommen hat
 
Die Makroökonomische Wirkung ist eher zweifelhaft
a)     da die Unsicherheit der Konsumenten und Investoren hoch ist, aufgrund der Angst vor Rezession, der Euro- und Schuldenkrise, mangelnder politischer Führung, unsicherer künftiger Finanzmarktregulierung
b)     strukturelle Probleme, fehlende Wettbewerbsfähigkeit, mangelnde qualifizierte Arbeitskräfte
c)      Zinsen bereits sehr niedrig und Liquidität sehr hoch, dennoch schwache Kreditvergabe und hohe Bankreserven bei Zentralbank

Quelle: BayernLB


So oder so, morgen crashts wieder

Die Chancen, dass die Märkte morgen crashen, stehen gar nicht so schlecht. Es würde mich sehr stark wundern wenn Bernanke es der Wallstreet morgen recht machen könnte und die Börse positiv reagiert. Das Vertrauen in die Fed und die Politik ist am Boden. Jeder Eingriff ist nur von kurzer Wirkung und macht für viele keinen Sinn mehr. Je mehr sich die Regulierer einmischen, desto mehr Blödsinn kommt anscheinend dabei heraus. Ohne eine grundlegende Reform des gesamten Finanzsystems wird sich wohl nichts ändern.

Die Vertrauenskrise könnte auch erneut das System erfassen. In den vergangenen Tagen sind die Credit Default Swaps der Banken deutlich gestiegen. An der US-Derivatebörse wird mit Put-Optionen heftig gegen die Finanzinstitute spekuliert. Ein Einstieg von Warren Buffet bei Bank of Amerika wird daran auch nicht viel ändern. Und auch das Verbot von Leerverkäufen dürfte eher mehr Verunsicherung als Stabilität bringen.

Die Lage ist ernst. Der Abwärtstrend an den Börsen wird sich wohl weiter fortsetzen und wenn nicht ein Wunder geschieht und die Weltwirtschaft nicht in eine 2. Rezession abgleitet (für China und Indien gefühlte Rezession), werden die nächsten Monate schwierig werden für Aktionäre.