Marktkommentar
Aktienmärkte: Kurzfristige Verschnaufpause
Feb 1st
Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Märkte eine kleine Verschnaufpause vor einer weiteren Korrektur einlegen. Der DAX beispielsweise ist deutlich überverkauft. Daher scheint ein Rebound in den kommenden Tagen wahrscheinlich zu sein. Einne generelle Entwarnung auszusprechen wäre jedoch zu früh. Ich denke die 5300 Marke (200-Tage-Linie) könnte schon noch einmal angetestet werden. Diese sollte aber auch halten.
In den vergangen Tagen gab es wieder einmal (berechtigte) Zweifel über die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung und über den selbsttragenden Aufschwung (v.a. aus Davos). Gleichzeitig kündigte Obama im Rahmen des neuen Budgetentwurfs neue Initiativen um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Somit ist erneut ein Konjunkturpaket geplant, das vor allem auch Steuergutschriften für kleinere Unternehmen bereithält, die neue Mitarbeiter einstellen. Nach dem ersten Konjunkturpaket und der Abwrackprämie (“Cash for Clunkers”) könnte dieser Beschluss in den nächsten Monaten wieder für Kursphantasie an den Börsen sorgen. Was aber danach kommt, steht noch in den Sternen.
Brasilien: Mit Schwung ins neue Jahrzehnt
Jan 5th
Über den Zeitpunkt des Beginns einer neuen Dekade lässt sich diskutieren. Über die global stärkste Börse des vergangen Jahres dagegen nicht. 2009 war eindeutig ein Brasilien Jahr. Die brasilianische Börse Bovespa (Bolsa de Valores de São Paulo) war aus Sicht der Euro Investoren 2009 die profitabelste Börse weltweit. Dass Brasilien nach wie vor im Investmentfokus der Anleger bleiben sollte, dürften nicht nur die guten Aussichten der kommenden Jahre versprechen. Denn in der nahen Zukunft stehen dank sportlicher Großereignisse wie der Fussball WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 massive Investitionen in die Infrastruktur des Landes bevor.
Die brasilianische Wirtschaft gehört neben der chinesischen und indischen zu jenen wenigen Volkswirtschaften die 2009 wachsen konnten. Die Mehrzahl der übrigen großen Industrie- und Schwellenländer musste BIP-Rückgänge hinnehmen. Ein gewichtiger Grund für die Robustheit der brasilianischen Wirtschaft ist die geringe Abhängigkeit vom Export und die stärkere Stützung auf den heimischen Konsum. Andere stark exportorientierte Nationen wie Deutschland sind im Gegensatz dazu von den weltwirtschaftlichen Aktivitäten besonders abhängig. Auch für das Jahr 2010 rechnen die Experten mit BIP-Wachstumsraten von fünf Prozent und mehr, während die Inflation zwar relativ hoch (ca. 4 %) aber unter Kontrolle bleiben sollte. Darüber hinaus bietet das Land aufgrund der günstigen Demografie, des Rohstoffreichtums und der relativ niedrigen Verschuldung des Staates und der Haushalte langfristig ein interessantes Entwicklungspotenzial.
Quelle: Bloomberg 04.01.2010, der Standard 23.12.2009, Goldman Sachs 21.12.2009
Angesagte Revolutionen finden nicht statt
Oct 21st
Die Korrektur, sie kommt oder doch nicht? Viele Analysten und Marktbeobachter (darunter auch ich) erwarten eine Preiskorrektur an den weltweiten Aktien-Indices, aber auch bei anderen Asset-Klassen. Die Märkte sind unglaublich weit vorangeschritten (seit März: DAX 60%, S&P500 62%). Allein nach dieser Performance scheint eine Korrektur nur logisch und überfällig zu sein. Das Problem ist nur, dass eine angesagte Korrektur üblicherweise nicht stattfindet. Warum sollte sie auch kommen? Nach wie vor sind viele Marktteilnehmer unterinvestiert. Privatanleger, aber noch wichtiger viele Institutionelle Investoren (darunter Versicherungen und Fonds) sind weiterhin unterinvestiert. Jede Marktschwäche bietet Möglichkeiten günstig einzusteigen und wird daher für Neuinvestments genutzt. Solange also alle die Korrektur herbeireden, solange gibt es auch keine (nennenswerte Korrektur). Hoch lebe der Bullenmarkt.
Banken: Rekordgewinne, Manager-Boni und jetzt Steuergutschriften
Oct 21st
Als ob Rekordgewinne und hohe Manager-Gehälter in der aktuellen Phase steigender Arbeitslosigkeit das Image der Banken nicht schon stark genug strapazieren würden, kommt bei der Deutschen Bank noch ein weiteres Detail heute hinzu. Wie am morgen angekündigt, rechnet das Unternehmen mit einem Vorsteuergewinn von 1,3 Mrd. Euro. Nach Steuern (ein Wert der üblicherweise geringer ist) will die Bank gar einen Gewinn von 1,4 Mrd. Euro ausweisen. Dank Steuergutschriften, die sich aufgrund früherer Prüfungen des Finanzamtes ergeben, kann sich die Deutsche Bank den Gewinn sogar auffetten. Im Prinzip spricht ja nichts dagegen, wenn ein Unternehmen Steuergutschriften bekommt, weil es in früheren Zeiten vielleicht zu viel bezahlt hat. Doch in der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen und sozial kriselnden Situation bringt eine solche Meldung das Fass zwar (noch) nicht zum überlaufen, jedoch weiter an. Nur wie lange noch?





