Rohstoffe

Rohstoffe: Nicht teurer, sondern billiger

Man spricht oft gerne von der Rohstoff-Hause. Doch Rohstoffe (das ganze Spektrum) werden nicht teurer, sondern billiger. Unter Berücksichtigung der Inflation ergbit sich die folgende langfristige Entwicklung der Rohstoffpreise. Diese zeigt eindeutig nach unten.

historische Entwicklung Rohstoff-Preise

Quelle: Morgan Stanley

Argumente die für und gegen Gold sprechen

Ich habe mir in den vergangen Tagen zwei nahezu gegensätzliche Analysen (Erste Bank und Raiffeisen Research) zum Goldpreis näher angeschaut und dabei bin ich zum folgenden Schluss gekommen.

Pro

  • Die weltweite Reflationierungs-Politik wird weiterhin anhalten (Schutz vor möglicher Inflation)
  • Globale USD-Reserven sind enorm, der Diversifikationsbedarf ist sehr groß (vor allem China könnte umschichten und seine Goldbestände weiter aufstocken)
  • Hohe Nachfrage seitens Investment-Bereich zur Portfoliodiversifizierung wird hoch bleiben (Anleger sind historisch gesehen in Gold massiv unterinvestiert)
  • Angebot weiterhin in langfristigem Abwärtstrend
  • Geowirtschaftliches Umfeld weiterhin fragil
  • Gold als „Reserve-Währung“ (fallendes Vertrauen in Papierwährungen)

Contra

  • Die derzeitige Nachfrage aus der Schmuckindustrie und Industrie ist rückläufig
  • Rezessionen sind grundsätzlich kein positives Umfeld für den Goldpreis (es sind die Maßnahmen, die während der Rezession gesetzt werden, die den Goldpreis später stimulieren)
  • Gold wird oft als eiserne Reserve und Geld letzter Instanz gehalten und somit in finanziellen Extremsituationen liquidiert, v.a. in Indien gibt es sehr viel Altgold-Angebot
  • De-Hedging (Gold als Absicherung) geht langsam zu Ende
  • Billigere Gold-Substitute (Platin, Palladium, Silber)
  • Futures-Positionierung spricht für kurzfristige Korrektur

Fazit:

Die Entwicklung des Goldpreises für die nächsten Monate ist kaum einschätzbar. Über einen langen Horizont gesehen wiegen jedoch aus meiner Sicht diejenigen Argumente schwerer, die für einen weiter steigenden Goldpreis sprechen (siehe oben).

Der Goldpreis gehört zu einem der wenigen langfristigen Trends die noch intakt sind. Für Gold spricht nach wie vor, dass die Anleger hier stärker unterinvestiert sind als in jeder anderen Anlageklasse und das äußerst geringe jährliche Gold-Angebot. Sollte nach den massiven Kapitalausweitungen der Zentralbanken die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder zunehmen, könnte Gold in einem inflationären Umfeld wieder profitieren.

Ölpreis: Weiterhin zu teuer

Der Ölpreis ist aus fundamentaler Sicht überteuert und dürfte noch einige Zeit schwach bleiben. Wie der untere Chart beweist, sind die Lager prall gefüllt. Die Lagerstände liegen deutlich über ihrem historischen Durchschnitt.

öl_lagerbestände

Quelle: FuturesMag

Rohstoffe: Besser als Aktien und Anleihen

Welche Asset-Klasse hat in der Vergangenheit am besten performt. Laut COBA war dies die Rohstoff-Klasse. Dabei nicht berücksichtigt Kosten.

rohstoffe_grafik

Gold: Überfällige Korrektur?

Nach fast sechs Monaten Daueranstieg, ist beim Goldpreis längst eine Korrektur überfällig. Wie weit diese führen wird, muss sich erst noch zeigen. Auf 800 USD je Unze könnte es schon noch hinunter gehen, wenn man sich den langfristigen Chart anschaut. Das Ausmaß der Korrektur wird aber v.a. von der weiteren Verfassung der Aktienmärkte abhängen bzw. vom Risikoapetit der Anleger. Vorerst bin ich mal mit einem Short-Turbo dabei.
2009-04-06-gold_trend