Letzter Teil von Harry Potter, ewige Geschichte der EU-Schuldenkrise

Während Harry Potter allmählich von der Bühne bzw. aus dem Kino verschwindet, wird die europäische Verschuldungskrise zur unendlichen Geschichte.
Kaum ist ein Land “gerettet”, fällt das nächste um. Zuerst Island (ja ich weiß (noch) kein EU Mitlied, aber in Europa), dann Griechenland, anschließend Portugal und jetzt Italien. Was kommt als nächstes? Spanien und dann? Frankreich? Deutschland?
Wann wird sich das ganze in den Renditen Deutschlands niederschlagen, denn schließlich haften die Deutschen letztendlich.

PIIGS: Da fehlte nur noch Spanien
So wie es aussieht werden die einst abgestempelten PIIGS-Staaten tatsächlich der Reihe nach von der Verschuldungswelle erfasst. Sollte Italien ein Hilfspaket benötigen, wird es wohl auch die Spanier erwischen. Muss aber nicht zwingend sein, wenn die politischen Verhältnisse stabil bleiben. Italien hingegen dürfte seinen Finanzminister in die Wüste schicken, der bisher eigentlich für Spardiszipling und Stabilität gestanden ist. Dazu ist Premier Berlusconi eine tickende Zeitbombe, selbst in zahlreiche Korruptionsaffären verwickelt.

Cool bleiben und abwarten
Neue Investments drängen sich derzeit sicherlich nicht auf. Panikartige Verkäufe aber auch nicht. Prinzipiell hat sich an der Situation seit Mai nichts verändert. Die Schuldenkrise ist noch längst nicht ausgestanden und wird immer wieder aufflammen, wie derzeit in Italien. Dennoch hoffe ich auf eine baldige nachhaltigere Lösung in den nächsten Monaten. Bis dahin bleibt uns die Volatilität weiterhin erhalten. Einzig Tradern werden hier und da interessante Möglichkeiten finden, aber sich sicherlich auch öfter mal die Finger verbrennen.


Polytec: Ein Wiedersehen mit der ersten Aktie

Es ist eigentlich keine gute Aktie, aber es ist eine Aktie die derzeit fundamental günstig ist und einen schönen Aufwärtstrend aufweist, den man durchaus traden kann.

Es ist deshalb keine gute Aktie, da es ein hart umkämpfter Markt ist in dem die Polytec agiert. Die Kunden sind nicht einfach. Es ist eher ein kleines Unternehmen und es hat eine sehr bewegte kurz zurückliegende Geschichte mit einer Beinahepleite. Also nicht unbedingt die besten Argumente für ein langfristiges Investment. Aber darum geht es ja nicht. Es ist eine gute Trading-Möglichkeit.

Daher versuche ich in den nächsten Tagen den optimalen Einstieg in diese Aktie zu finden. Sollte sich der Trend fortsetzen ist der Plan bei 8,22 Euro einzusteigen, denn da ist der break. Danach ist ein rascher Anstieg bei 8,76 möglich. Sollte auch hier der break gelingen, bietet sich eine Aufstockung der Positionen an, auf dem Weg dann Richtung 10 Euro, bzw. 11,40 Euro. Die Kursziele der Analysten befinden sich zwischen 10,50 (RCB) und 13 Euro (M.M. Warburg).

Ach ja, warum ein Wiedersehen? Die Polytec ist meine erste Aktie, mit der ich vor ca. fünf Jahren leider einen Verlust gemacht habe. Es war mir aber eine schöne Lehre. Ich versuche es diesmal besser zu machen. ;-)

Lanfristiger Chart: 

 

Kurzfristiger Chart (Trading):


Aktien: Selektiv auf Kurs bleiben (Einschätzung Juli 2011)

–> Zur Beruhigung aller Aktionäre, große Markteinbrüche sind derzeit unwahrscheinlich

Die Gründe dafür sind:
+ Vorlaufindikatoren signalisieren weiterhin wirtschaftliche Expansion, auch wenn einige im vergangen Monat deutlich korrigiert haben (z.B. ISM) und noch werden (z.B: IFO)
+ die Märkte sind im langfristigen Vergleich nur moderat bewertet, weder teuer noch billig (tendenziell eher billig anhand der KGVs und KBVs)
+ die Liquidität ist weiterhin sehr hoch, die Zinsen niedrig, richtige Anlagealternativen fehlen
+ vieler Marktteilnehmer sind nach wie vor in Aktien unterinvestiert (siehe Aktienquoten von Privatanlegern)
+ die Unternehmen haben hohe Barmittelbestände aufgebaut die für Übernahmen und Aktienrückkäufe verwendet werden könnten

Negative Faktoren, die auch längerfristig bestehen werden:
- in den kommenden Monaten werden viele Unternehmen an die Börse gehen, vor allem auch aus den Peripherieländern (Griechenland, Spanien, Portugal, Italien), dadurch steigt das Angebot an neuen Aktien an den Börsen
- die hohe Verschuldung und Sparpakete dämpfen das Wachstum nachhaltig
- die Verschuldungsproblematik könnte sich auf weitere Staaten ausbreiten (EU, USA)

–> Nichtsdestotrotz bleiben die mittelfristigen Aussichten für die Aktienmärkte positiv, vor allem in der derzeitigen Sommerkonsolidierung könnten sich selektive Kaufgelegenheiten ergeben

Tipp: Fundamental gute Aktien werden in diesem Blog immer wieder vorgestellt (siehe dazu auch das Trading Depot).


Ölpreis: Trotz Abwärtstrends sollte es bald wieder nach oben gehen (Einschätzung Juli 2011)

Zunächst einmal, der Ölpreis entwickelt sich im August normalerweise sehr stark, warum sollte er auch mitten in der Urlaubssaison fallen (viele Flugzeuge und Autos brauchen Sprit). Außnahme, in den letzten fünf Jahren ist er im Schnitt gefallen (aufgrund der Finanz und Wirtschaftskirse).

Hier eine Grafik zur Saisonalität des Ölpreises:

Quelle: Cxoadvisory

Eine eigene Einschätzung über den weiteren Verlauf des Ölpreises:

–> Kurzfristig ist eine leichte Abschwächung des Ölpreises wahrscheinlich, nachdem Verkäufe von Ölreserven das Angebot erhöhen
Positiv:
+ es wurden die Förderquoten durch die OPEC zuletzt nicht angehoben
+ geopolitische Spannungen (Nordafrika und Golfregion) könnten jederzeit wieder aufflammen

Negativ:
- das Wirtschaftswachstum kühlt sich derzeit etwas ab (sowohl USA als auch China)
- hohe Vorräte in den USA (hohes Angebot)
- (CFTC) Commodities Futures Trading Commission zeigt, dass Spekulanten die long Investments verringert haben

–> Mittelfristig: tendenziell leicht steigend in den nächsten Monaten (Brent Richtung 120 USD je Barrel)

Argumente für steigende Preise:
+ Robuste globale Wirtschaftstätigkeit, vor allem bei den Emerging Markets wächst die Ölnachfrage (China, Brasilien, Indonesien, …)
+ sinkende freie Ölkapazitäten senken tendenziell das Ölangebot
+ geopolitische Risiken nicht prognostizierbar und bilden daher ein Risiko für steigende Ölpreise

 

Ölpreis Charttechnik: