Author Archives: Filip Ljubas

Vergleich der Kursschwankungen von Aktien und Anleihen: Da werden wohl einige Fondsmanager nervös

Den Vergleich der Volatilitäten von Aktien und Anleihen stellt die folgende Grafik dar. Natürlich ist die generelle Kursschwankung der US-Aktien (gemessen am VIX Index) um ein Vielfaches größer (linke Achse). Doch zeigt aktuelle der Ausschlag der Anleihen-Vola (recht Achse) dass die Anleihengläubiger langsam nervös werden, da die Zinsen (beispielsweise für 10 jährige US Anleihen) langsam nach oben ziehen. Dadurch tauchen die (hohen) Anleihenkurse nach unten . Der Markt spekuliert mit einer Verknappung der Geldliquidität der US-Notenbank (oder zumindest einer Bremsung der Anleihenkäufe).

Volatiltität Vergleich Aktien und AnleihenQuelle: Allianz

 

Eine weitere Wertpapierpleite in Wien und die Warnung an Kleinanleger

Hohe Schulden, niedrige Margen und eine schlechte Branche. Dazu ein Hauptaktionär, der selbst kurz vor der Pleite steht. Das ist der perfekte Mix für eine Unternehmensinsolvenz. Gleichzeitig ist es eine weitere Wertpapierpleite in Wien und damit wiederum negative Werbung für den österreichischen Kapitalmarkt.

Alle drei Anleihen wurden in 1000er Stückelung begeben, also ideal für Kleinanleger. Die “kleinen” Investoren die nach der Finanzkrise von den Aktien eventuell noch zu den Anleihen gewechselt sind, haben jetzt das Unglück in den Alpine Anleihen gefunden.

Die drei Alpine Bonds:

Name
ISIN
Letzter
Preis
Datum
Zeit
5,25% Alpine-Anl. 10…
AT0000A0JDG2

45,000

18.06.2013
13:11:58
6% ALPINE-Anleihe 12…
AT0000A0V834

33,000

17.06.2013
13:06:12
5,25% Alpine-Anl. 11…
AT0000A0PJJ0

35,490

18.06.2013
13:04:43

Quelle: Wiener Börse

Abenomics: Japan zeigt, dass Notenbankpolitik aus nach hinten losgehen kann

Apropos gefährliche Notenbankpolitik: Japan zeigt gerade, welche Folgen fehlgeschlagene Notenbankpolitik haben kann.

Nachdem die erste Reaktion auf die massive Liquidtätsexplosion der Bank of Japan (BoJ) die Aktienmärkte haussieren ließ (60% in 6 Monaten), werden die Aktien derzeit ordentlich durchgeschüttelt. Zwar sind die Indizes seit Jahresanfang noch immer im grünen Bereich, doch die derzeitige Volatilität ist nichts für normale Anleger. Im Gegenteil, der dortige Markt ist derzeit ein Spielfeld für Spekulanten und Hedge Fonds.

Wie massiv der Eingriff der BOJ tatsächlich ist, zeigt die unten stehende Grafik. Diese zeigt den Umfang des Anleihenrückkaufprogramms im Verhältnis zum Volumen des Aktienmarkts.

Umfang des Anleihenrückkaufprogramms im Verhältnis zum Volumen des Aktienmarkts

Die Risiken der aktuellen Zentralbankpolitik

Auch wenn man immer wieder von den guten Taten der Notenbanken liest und hört, die ja schließlich die Welt(finanz)wirtschaft vor einem Kollaps gerettet haben, muss man sich auch immer wieder die Gefahren der aktuellen Notenbankpolitik vor Augen führen.

Denn die Flutung der Märkte mit Liquidität in Form von niedrigen Zinsen und Staatsanleihenkäufen, war ein gravierender Eingriff in den Wirtschaftskreislauf. Die positiven Folgen konnten wir bereits sehen, doch gibt es auch negative Nachwehen?

Mögliche Schäden der aggressiven Geldpolitik sind:

- Die Kredit- und Marktrisiken werden durch die hohe Liquidität künstlich gedrückt. Die tatsächlichen Risiken werden somit verschleiert. Es besteht die Gefahr das Investoren enorme Risiken eingehen oder auch spekulative neue Blasen entstehen.

- Die Entstehung von wirtschaftliche “Dauerpatienten”, die ohne die Hilfe der Zentralbanken nicht mehr selbständig funktionieren können. Somit wird auch der “kreative Prozess der Zerstörung” verhindert, was üblicherweise für Entstehung von Produktivität und Wachstum notwendig ist.

- Gefahr von höheren Inflationserwartungen, wenn die ungenutzten Produktionskapazitäten, die derzeit die Entstehung von Inflation verhindern,  irgendwann wieder abgebaut sind.

- Die heute noch ungeklärte Frage, was die langfristigen Folgen der riesigen Zentralbankbilanzen sind und wie diese wieder schrumpfen sollen (siehe Grafik unten).Zentralbanken blasen die Bilanzen auf

Quelle: SEB

Die Argumente für Dividendenaktien

Ich bin ja selbst kein Fan von Dividendenaktien. Jene Unternehmen, die üblicherweise hohe Dividenden ausschütten, sind zumeist träge Aktien die einen hohen Börsenwert aufweisen. Deren Kursfantasie hält sich aufgrund der enormen Größe üblicherweise in Grenzen.

Dividendenaktien machen jedoch Sinn für Investoren mit große Portfolios, gar nicht so sehr für defensive Investoren. Denn auch mit Dividendenaktien ist man Kursschwankungen der Aktien ausgesetzt.

Zunächst ein historischer Rückblick:

Zuletzt haben Dividend einen geringeren Beitrag zur Gesamtrendite geleistet

Dividendenaktien Gesamtrendite je Dekade

Dennoch hier ein paar wichtige Argumente, die für ein Investment in dividendenstarke Aktien sprechen. Der Beitrag stammt ursprünglich von einem solchen großen Investor, der Fondsgesellschaft Dreyfus.

1. Eine zusätzliche Einkommensquelle in Zeiten niedriger Zinsen wie jetzt aktuell. Hier muss ich wohl keinen Zinschart enfügen, den kennen Sie bestimmt schon. :) Interessant, in den USA gibt es seit 2012 eine etwas günstigere Besteuerung für Dividendenaktien. Wie wär es mit etwas ähnlichem auch hier bei uns??

2. Dividende könnte weiter erhöht werden: Aktien, die üblicherweise nicht über die höchste Dividendenrendite verfügen, aber das Potenzial für Dividendenerhöhungen haben.

3. Möglicher Schutz vor Inflation, zumindest teilweise.

Dividenden bieten Schutz vor Inflation

4. Dividende „schwächt“ Volatilität der Aktie etwas ab

Dividende lindert Volatilität

5. Kann Gesamtrendite steigern: Aktie, die regelmäßig ihre Dividenden erhöhen entwickeln sich historisch betrachtet besser als der Gesamtmarkt (und das Risiko ist geringer).

Dividendenaktien höherer Ertrag bei geringerer VolatilitätQuelle: Dreyfus