Raiffeisen International: Verdammt zu Wachstum

Raiffeisen InternationalWährend Herbert Stepić versucht die Erwartungen der Investoren an ihn und die RI etwas zu bremsen und sich nicht unbedingt verpflichtet fühlt neue asiatische Banken zu übernehmen, meint das Publikum etwas anderes. Medien und Marktteilnehmer überschlagen sich förmlich mit Vermutungen, welche CIS-Bank wohl als nächstes von der RI geschnappt wird. Den Kapitalmarkt dürstet es förmlich nach Wachstum, auch wenn selbiges bei RI aktuell weit über der Marktentwicklung liegt. Denn schließlich führt ein höheres Wachstum unweigerlich auch zu höheren Renditen – ist zumindest die Erwartung.

Auf der anderen Seite operieren eine Unicredit oder die SG. Diese setzen Stepić ebenfalls gehörig unter Druck und schnappen der RI teilweise die lukrativen Banken vor der Nase weg. Will man da mithalten und den enormen Wachstumskurs fortsetzen, ist man somit gezwungen so schnell wie möglich vorzupreschen und zu reagieren wenn sich eine attraktive Akquisitionsmöglichkeit anbietet.

Doch der Wachstumsdruck schafft auch mögliche Probleme, beispielsweise bei der Eingliederung der unzähligen Banken und deren Angestellten. Kann ein Unternehmen über so viele Länder gleichzeitig und mit unterschiedlichsten Kulturen (16 Länder, 3000 Filialen, 55.000 Mitarbeiter) innerhalb nur wenigen Jahren eine feste Einheit bilden? Das scheint bis jetzt ganz gut geklappt zu haben, wohl auch aufgrund der jahrelangen Erfahrung, doch irgendwann einmal muss dieser Akquisitionsprozess etwas gebremst werden, wenn das riesige Gebilde nicht zu bröckeln anfangen soll.

Nichtsdestotrotz ist die Kapitalerhöhung wahrscheinlich eine gute Entscheidung gewesen. Auch wenn sie vielleicht etwas spät kommt und man ein besseres Umfeld hätte vorfinden können. Jedoch besser spät als zu spät. Andererseits werden die paar eingesammelten Millionen (dank RZB) wohl dringend für die weitere Expansion benötigt und in turbulenten Phasen scheint wohl eine kurze und schmerzlose Prozedur die richtige zu sein. Für Investoren stellt sich somit die einzige Frage, entweder an das Management und die fortlaufende Wachstumsstory zu glauben und zu zeichnen oder sich etwas anderes zu suchen.


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>