Rohstoffzertifikate: Contango & Backwardation
Rohstoffzertifikate (abgesehen von Edelmetallen) haben als Underlying stets Futures-Kontrakte. Futures haben die Eigenschaft, dass deren Laufzeiten begrenzt sind. Im Gegensatz dazu haben Open-End-Zertifikate unbegrenzte Laufzeiten. Daher müssen Futures-Kontrakte regelmäßig umgeschichtet bzw. getauscht werden. Dieser Austausch, auch Rollen genannt, kann Zusatzerträge oder Roll-Kosten verursachen. Entscheidend dafür ist der Verlauf der Forward-Kurve.
Contango
Bei einer steigenden Forward-Kurve sind die kurzfristigen Kontrakte billiger als die längerfristigen. Dadurch kann das Open-End-Zertifikat weniger neue Futures kaufen. Daher erleidet der Investor Roll-Verluste. Bei Open-End-Zertifikaten sinkt die Ratio. Bei Hebelprodukten (Mini-Futures-Long) erhöhen sich der Finanzierungs- und Knock-Out-Level.
Backwardation
Genau die umgekehrte Situation trifft ein, wenn der Verlauf der Forward-Kurve negativ ist. Dadurch kann das Zertifikatinvestment mehr Futures kaufen, da die Anteile günstiger geworden sind. Diese Situation ist für Investoren eines Open-End-Zertifikats auf Commodities vorteilhaft. Die Ratio steigt und bei Mini-Futures-Long sinken der Finanzierung- und Knock-Out-Level.
Fazit
Das Ganze ist deshalb so relevant, da bei Rohstoffinvestments die Roll-Performance einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite des Rohstoffs leistet. Mittlerweile gibt es bereits Zertifikate die diese Roll-Problematik als Rendite-Chance nutzen, wie etwa das Merrill Lynch Rohstoff Alpha-Zertifikat (DE000ML0BS20).

Quellen: Goldman Sachs, Wirtschaftsblatt
| Print article | This entry was posted by Filip Ljubas on 22. February 2007 at 10:40, and is filed under Analysen, Rohstoffe, Wissen. Follow any responses to this post through RSS 2.0. You can leave a response or trackback from your own site. |



