Trendwechsel von Wachstumswerten zu Blue Chip Aktien. Warum 2014 nicht so gut wie 2013 wird

Seit ein paar Tagen bin ich (selektiv) short. Ich habe also schon seit Anfang der Woche mit fallenden Kursen gerechnet. Das ist bisher noch nicht wirklich eingetroffen (heute mal ausgenommen). Ich bleibe aber vorerst noch dabei. Die Stopp-Kurse habe ich aber enger gezogen.

Die meisten Märkte haben sich in den vergangenen Tagen gut entwickelt. Die Emerging Markets besser als die westlichen Börsen. Hier wäre eigentlich eine kurzfristige Korrektur bei allen überfällig. Aufgrund der hohen Liquidität könnten etwaige Kursrücksetzer eher bescheiden ausfallen.

Am US-Markt findet derzeit eine Rotation von Wachstumswerten zu den Big-Caps, auch aufgrund der Vergangen Outperformance der erstgenannten. Die Kursgewinne von Internet-Tech und Bio-Tech waren übertrieben. Hier findet derzeit eine Normalisierung statt.

Auch wenn die meisten Analysten mit einer Beschleunigung der Weltwirtschaft rechnen, bin ich skeptisch. Ich denke dass das bereits in den Kursen eingepreist ist. Daher erwarte in den kommenden Monaten leicht fallende Kurse.

Generell wird sich die Börsenentwicklung vom vergangenen Jahr nicht wiederholen. Aber eine schwarze Null könnte sich ausgehen.

Die Emotionen in den Aktienmarktzyklen. Am Beispiel der vergangen 40 Jahre

Die folgende Grafik zeigt, welche ‘typischen’ Emotionen ein durchschnittlicher Investor im Laufe eines Aktienmarktzykluses durchlebt. Vom Optimismus zur Euphorie, bis zur Angst und Panik ist alles dabei. Aus der Emotion heraus besteht die Gefahr “Kurzschluss”-Entscheidungen zu treffen. Ich denke dass solche Phasen jeder durchzustehen hat. Dennoch sollte man den Aktienmärkten Emotionen zu Hause zu lassen um möglichst rationale Entscheidungen zu treffen können.
markzyklus der emotionen

Quelle: Russell Investments
Stand: 31 December 2013
Market cycle returns calculated using Ibbotson U.S. Equity Total Return Index from 1971-1978 and Russell 3000® Index from 1979 to 2013.

Blasenbildung am US-Aktienmarkt: Welche Branchen betroffen sind

Welche Branchen betroffen sind, bedeutet in diesem Fall, jene Branchen, die ein KGV größter 30 haben. Währen im Jahr 2000 (linke Spalte) fast der gesamte Markt bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen jenseits der 30er Marke notierte, zeigt dies derzeit nur ein relativ kleiner Teil (ca. 4% der Aktien im gesamten S&P 500 sind davon betroffen).

Den Hinweis über die “Überbewertung” von Biotech-Aktien habe ich bereits vor einigen Wochen gebracht.

US Branchen mit Blasenbildung

Quelle: LPL Financial

Fragmentierung am US-Aktienmarkt: Wissen Sie wo Sie Ihre Aktien kaufen?

Bei so vielen verschiedenen Börsen, Handelssystem, offiziellen Märkten und Dark Pools, wissen Sie eigentlich wo Sie Ihre Aktien kaufen und verkaufen? Wohin leitet Ihre Bank oder Ihr Broker die Aktienorder weiter? Wenn Sie’s nicht wissen, sollten Sie zumindest eine Ahnung davon haben, dass es nicht nur eine Börse gibt. Siehe unten.

fragmentierung des US-Aktienmarktes

Ein Grund warum die (offiziellen) Börsenumsätze in den vergangen Jahren gesunken sind, dürfte wohl in der Verlagerung des Handels auf die vielen neuen Märkte sein. Da diese oftmals günstiger oder flexibler (mehr Order-Arten) sind, kannibalisieren sie die traditionellen Börsen. Den tatsächlichen Umsatz einer Aktie darzustellen, ist daher gar nicht möglich. Denn viele große Pakete werden im außerbörslichem Bereich (Dark Pools) getauscht. Und diese digitalen Handelsplätze sind nur den Institutionellen Investoren, Banken und Hede Fonds vorbehalten.

Quelle: Oliver Wyman